Ankündigung beim beim Neujahrsempfang 2012: OB Schuster strebt keine dritte Amtszeit an

Seine Amtszeit wird am 7. Januar 2013 enden

[Stuttgarter Kurier, 10.01.2012] Beim Neujahrsempfang am 9. Januar 2012 im Stuttgarter Rathaus hat Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster angekündigt, sich im Herbst 2012 nicht erneut zur Wahl zu stellen:
Stuttgart stehe in allen wichtigen Aufgabenfeldern hervorragend da, wesentliche Weichen für eine positive Entwicklung in den nächsten Jahren seien gestellt, das größte Verkehrsprojekt, „Stuttgart 21“, im Bau.
Deshalb sei er zu der Entscheidung gelangt, auf einer sehr soliden und zukunftsfähigen Grundlage am 7. Januar 2013 die Verantwortung in andere Hände zu legen. Er könne dann ruhigen und guten Gewissens das Steuer abgeben. Nach 27 Jahren Verantwortung als Bürgermeister und OB wolle er sich künftig stärker seiner kürzlich um zwei Enkelkinder angewachsenen Familie widmen.
Er freue sich über die Welle der Unterstützung und die vielfältige Ermutigung, nochmals zu kandidieren, die er von Bürgerinnen und Bürgern auf der Straße, in Briefen, in Telefonaten erfahren habe, betonte Dr. Schuster. Besonders dankte er seinem Amtsvorgänger Manfred Rommel, der aus gesundheitlichen Gründen die Teilnahme am Neujahrsempfang absagen musste. Diesen Rückenwind wolle er nutzen für die anstehenden Aufgaben – die neu gegründeten Stadtwerke, die Sanierung der Schulen und den Ausbau der Kinderbetreuung, die weitere Entwicklung am Killesberg, im Europaviertel und im „NeckarPark“. Außerdem wolle er sich intensiv bemühen, Brücken zu den Gegnern des Projekts „Stuttgart 21“ zu bauen, und für möglichst hohe Transparenz zu sorgen.
In seiner Rede zum 15. Dienstjubiläum umriss Oberbürgermeister Dr. Schuster die wichtigsten Herausforderungen in den vergangenen Jahren und in der Zukunft. So sei es gelungen, Stuttgart von einem traditionellen Industriestandort zu einem Hochtechnologie-Zentrum mit vielfältigen Dienstleistungen zu verändern. Dies zeigten die Exportzahlen und die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Nun gelte es, neue „grüne Technologien“ in den Bereichen Mobilität und Bauen, Energie- und Umwelttechniken zu entwickeln. In diesem Zusammenhang stehe auch die Gestaltung der „Energiewende“ mit den neuen Stadtwerken und einem umfassenden Förderprogramm für eine energieeffiziente Stadt. Dabei müssten auch neue Formen der Bürgerbeteiligung angeboten werden.
Nicht nur in den Bereichen Wirtschaft und Energie, auch beim Thema Stadtgesellschaft setzt Dr. Schuster nach wie vor auf Nachhaltigkeit.
Als das Statistische Amt 2001 prognostizierte, dass die Zahl der Kinder im Vergleich zu den Älteren dramatisch zurückgehen würde, habe er sich für das Ziel „Kinderfreundlichste Stadt“ entschieden. Das umfangreiche Programm werde inzwischen von vielen bürgerschaftlichen Initiativen getragen. In gleicher Weise schaffte das „Bündnis für Integration“ vor zehn Jahren die Grundlage für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung in einer integrativen und interkulturellen Stadt.
Im Vergleich zu weiten Teilen Europas sei die Situation in Stuttgart erfreulich. Damit diese hohe Lebensqualität und guten Zukunftschancen für die Kinder und Jugendlichen erhalten bleibt, bedürfe es harter und beharrlicher Arbeit, unterstrich Dr. Schuster. Denn diese Erfolge seien keine Selbstläufer, sondern das Ergebnis langfristig angelegter Strategien und jahrelanger konsequenter Umsetzung.
Anknüpfend an das Prinzip Verantwortung des Philosophen Hans Jonas sei für seine Arbeit das Prinzip Nachhaltigkeit in den vergangenen 15 Jahren wesentlich gewesen, um der Verantwortung auch den nächsten Generationen gegenüber gerecht zu werden – dieses Denken und Handeln sei in den kommenden Jahren mehr denn je notwendig. Die Agenda für 2012, die er sich vorgenommen habe, sei anspruchsvoll und umfangreich. Er bitte um Unterstützung, damit Stuttgart mehr denn je eine internationale, integrative, interkulturelle und innovative Stadt wird, so Dr. Schuster abschließend.
In seiner traditionellen Erwiderung der Neujahrsgrüße sprach erster Bürgermeister Michael Föll dem Oberbürgermeister seine Anerkennung aus.
Dr. Schusters beide Amtszeiten würden als hervorragend in die Geschichte der Stadt eingehen. Bei seinem Amtsantritt 1996 habe die Stadt tief in ihrer ersten großen Krise nach dem Wiederaufbau gesteckt. Mit Zielstrebigkeit, Durchsetzungswillen, Hartnäckigkeit und langem Atem habe der OB die Stadt erfolgreich geführt. All das habe Stuttgart in diesen 15 Jahren gut getan, bilanzierte Föll. In diesem Jahr werde Dr. Schuster sicher seine „Taktzahl“ nochmals erhöhen, und die Stadtverwaltung werde alle Mühe haben, seine Erwartungen zu erfüllen.
Dr. Wolfgang Schuster wurde 1996 als Nachfolger von Manfred Rommel zum Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart gewählt und 2004 im Amt bestätigt. Seine Amtszeit endet am 7. Januar 2013. Die genauen Termine zur OB-Wahl im Herbst 2012 wird der Ältestenrat des Gemeinderats in Kürze festlegen.

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