Naturnahe Umgestaltung im Park der Villa Reitzenstein

Ein neues Zuhause für Zauneidechsen, Wildbienen, Bergmolche, Königslibellen und Grasfrösche in bester Stuttgarter Aussichtslage: Der Naturschutzbund Baden-Württemberg (NABU) und die Wilhelma haben gemeinsam im Park der Villa Reitzenstein unterschiedliche Biotope als neue Lebensräume für Flora und Fauna eingerichtet. Im Bereich der Teichanlage sollen dadurch zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten Unterschlupf finden. „Ich freue mich auf Wildbiene, Zauneidechse, Ringelnatter und Co. Der Park der Villa Reitzenstein ist wirklich ein Kleinod und die Neuanlage des Teichs sehr gelungen. Sicher werden sich hier zukünftig Mensch, Tier und Pflanzen sehr wohlfühlen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Der bereits bestehende Teich im Park der Villa Reitzenstein war im Laufe der Jahrzehnte undicht und eine Sanierung der Anlage notwendig geworden. Diese wurde dazu genutzt, den Teich und die umliegenden Flächen naturnah zu gestalten. Auf Basis bestehender Pflegevorgaben entwickelten Wilhelma und NABU ein Konzept für die Neugestaltung. Um die Teichanlage entstanden damit verschiedene Biotope, die neue Lebensbereiche für Flora und Fauna bieten. Zahlreiche heimische Wildpflanzen wurden inzwischen gesetzt, im Herbst sollen umfangreiche Zwiebelpflanzungen folgen und zukünftig u.a. Felsenehrenpreis, Mauerpfeffer, Farne, Buntlilien oder Schlüsselblumen im Park wachsen. „Wir freuen uns, dass durch diese Maßnahme ein fast vergessener Teil des Parks wieder aufgewertet wurde – sowohl gartengestalterisch als auch ökologisch“, sagte Katja Siegmann, Landschaftsarchitektin bei der Wilhelma.

Die Zusammenstellung der einzelnen Biotope und die Artenzusammensetzung orientieren sich an den in Baden Württemberg vorkommenden Lebensräumen. So entstand im Park der Villa quasi „Baden-Württemberg im Kleinen“ mit seinen Wald-, Wiesen- und Felsenlandschaften. Damit spiegeln die Biotope im Park des Regierungssitzes die Artenvielfalt in Baden-Württemberg wieder.

Folgende Biotope wurden im Einzelnen geschaffen:

1. Biotop Wald

2. Biotop Felsenvegetation

3. Biotop Heckensaum

4. Biotop Wildblumenwiese

5. Biotop Feuchtwiese

6. Biotop Ufersaum

7. Biotop Teich mit drei Tiefenzonen

Die Biotope sind geeignete Lebensräume u.a. für Mauereidechsen, Zauneidechsen, Schlingnattern, Wildbienen, Bergmolche, Königslibellen, Heidelibellen, Erdkröten, Grünfrösche, Grasfrösche, Laubfrösche oder Ringelnattern – Bergmolche und Erdkröten sind bereits eingezogen. Weitere Tiere werden hoffentlich bald folgen.

Zudem stellten die Helferinnen und Helfer ein sogenanntes „Wildbienenhotel“ am Teich auf, welches vorwiegend Wildbienen zur Eiablage nutzen. Die Ritzen und Löcher in der Holzkonstruktion dienen den Insekten als Unterschlupf. „Das Projekt zeigt: Es können auch mitten in der Stadt Naturoasen entstehen. Damit knüpfen wir ein Netz von Lebensräumen bis in die Siedlungen hinein. Wir hoffen auf viele Nachahmer“, sagte der Landesvorsitzende des NABU Baden-Württemberg, Dr. Andre Baumann.

Außerdem fand eine sogenannte „Papstbank“ einen Platz am Rand des Teiches. Zum Besuch des Papstes in Baden-Württemberg waren für die zentrale Messe durch die Erzdiözese Freiburg 5.000 Holzbänke hergestellt worden. ForstBW war an dieser Aktion als Kooperationspartner im Jahr der Wälder beteiligt. Die Bänke wurden nach dem Besuch verkauft. Die Papstbank, die nun am neuen Teich in der Villa Reitzenstein steht, ist ein Geschenk von ForstBW an den Ministerpräsidenten.

(Staatsministerium Baden-Württemberg)

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