Energieeffizienz und Offshore-Windanlagen am beliebtesten

Über das zukünftige Energiesystem in Deutschland wird derzeit intensiv diskutiert. Wie sich die Bürger Deutschlands entscheiden würden, wenn sie zwischen den möglichen technologischen Optionen eine Auswahl treffen müssten, zeigt eine Studie des Interdisziplinären Forschungsschwerpunkts Risiko und nachhaltige Technologieentwicklung (ZIRN) an der Universität Stuttgart und der Stiftung Mercator: Die befragten Bürger sprechen sich in erster Linie für energieeffiziente Lösungen aus, dicht gefolgt von den Erneuerbaren Energien. Die beliebtesten erneuerbaren Technologien sind Offshore-Windanlagen, dagegen schnitten Biomassekraftwerke relativ schlecht ab. Bei den fossilen Kraftwerkstechnologien haben Gaskraftwerke die höchste Akzeptanz. Schlusslichter sind die Kernkraft und traditionelle Kohlekraftwerke.

Die Wissenschaftler untersuchten anhand von 15 Fokusgruppen mit 130 Bürgern aller gesellschaftlichen Gruppen, wie verschiedene Energietechnologien und deren Kombinationen wahrgenommen und bewertet werden. Verglichen wurden die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Wirkungen der gegenübergestellten Energiesysteme. Die Ergebnisse sind von großer Bedeutung für energiepolitische Entscheidungsprozesse. denn sowohl für Kommunikationsmaßnahmen, als auch für die technische Ausgestaltung und das Tempo der Energiewende ist es unabdingbar, die Präferenzen beziehungsweise Bedenken und Befürchtungen der betroffenen Menschen zu den jeweiligen Energieoptionen zu berücksichtigen.

Neben Einzeltechnologien wurden auch Energiemixe bewertet. Hier zeigt sich ein ähnliches Bild: Energiemixe mit dem höchsten Anteil an Erneuerbaren werden eindeutig bevorzugt. Offensichtlich sind die Bürger dabei aber zu Kompromissen bereit. Dirk Scheer, Projektleiter an der Universität Stuttgart, fasst dies folgendermaßen zusammen: „Bei einem klar erkennbaren und ambitionierten Umbau des Strommixes in Richtung Erneuerbare Energien waren viele Befragte bereit, als Übergang und in geringeren Anteilen auch ungeliebte Technologien wie die Kernenergie oder die CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS-Technologie) zu akzeptieren.“

„Die Stiftung Mercator setzt sich für die Reduktion des CO2-Ausstoßes in Deutschland ein. Voraussetzung für diese Reduktion ist eine drastische Veränderung von Energienachfrage und Energieerzeugung. Ohne dass die Bevölkerung die notwendigen Maßnahmen zum Klimaschutz mitträgt, wird das nicht klappen“, so Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. „Umso wichtiger ist es deshalb, vorab zu erforschen, welche Maßnahmen in welcher Kombination bei den Menschen auf Zustimmung und welche auf Ablehnung stoßen und aus welchen Gründen dies erfolgt. Deshalb haben wir dieses Forschungsprojekt gefördert.“ Die Stiftung Mercator hat für die Studie 360.000 Euro zur Verfügung gestellt.

(Universität Stuttgart)

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